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Thorsten Soltau

Zwischen Plunderphonic und konkreter Musik

Das bewusste Verwenden von Fremdzitaten sowie die Auseinandersetzung mit Verfall und Störelementen (in Form gesampletem Schallplattenknisterns oder dem Einbinden von analogem Kassettenrauschen zum Beispiel) ist als eine Facette am ewig neu formierten Werk Thorsten Soltaus zu sehen. Die Musik bewegt sich zwischen Minimalismus und digitalem Tonbandschnitt, zwischen Plunderphonic und Präparation bestehender Instrumente.

Der halb analog-halb digital ausgeführte Klangsurrealismus bleibt bei aller reichhaltigen Zitation klassischer Experimentalelemente intim und nahbar; die bisweilen als imaginärer Soundtrack angelegte Klangkulisse arbeitet dabei auf der zwischengelagerten Ebene mit Emotionen und persönlichen Erfahrungen, welche zunächst in den musikalischen Entstehungsprozess eingebunden und später veredelt, neu strukturiert werden. Das bewusste Ausblenden einer wiederkehrenden Linie (dem roten Faden) erlaubt dabei eine Fokussierung auf den tatsächlichen musikalischen Ausdruck, ähnlich einer stets individuell verfassten Formulierung.

Die Einflüsse auf Thorsten Soltau’s Werk liegen dabei im Werk von Künstlern wie beispielweise Nurse With Wound oder Vicki Bennett und dem Bezug auf Klangarbeiten, die im wesentlichen auf die konzeptuelle Freiheit abstellen. Die Verwendung von Filmauschnitten und –dialogen zeigt jedoch eine ähnlich gelagerte Verhaltensweise: das visuell wahrgenommene Spiel von Emotionen (beispielsweise in Dramen oder gesellschaftliche Themen aufgreifenden Spielfilmen) wird dabei auf die ebenfalls gefühlstechnisch aufgewertete Musik aufgepflanzt und soll als Verdeutlichung und Kenntlichmachung innerhalb der Soltau’schen Musik dienen.

Pressefoto: HERR PENSCHUCK/feindesign

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Klangproben


Gregory Büttner
– Tischbrunnen


Sonata Rec.
– Nachtwache


evapori
– eritrea


[-hyph-]
– fragmentation.itself


Audible Pain
– Staphylokokken und Streptokokken

tbc
– disordering 6


Y-Ton-G
– un-preetz-ise II


Renoised
– Japanese Robot


Margitt Holzt
– Die Stimme des Arztes


Guy Saldanha
– Vom Kamel gefallen